Ernst Beck, Druckerei, Färberei, Ausrüstung

Das für die Gemeinde Mittelstadt wohl bedeutendste Unternehmen wurde vom Alleininhaber, Herrn Ernst Beck, Pfullingen, aus kleinsten Anfängen heraus geschaffen.

Die Firmengeschichte berichtet, dass der Firmengründer 1946 nach Rückkehr aus der Kriegsgefangenschaft mit der Fabrikation von Textilien auf Handwebstühlen begann. Bereits 1947/48 spezialisierte man sich auf die Herstellung von Heimtextilien, insbesondere auf Dekorationsstoffe. Dieser eingeschlagene Weg erwies sich als eine glückliche Entscheidung; mit Zähigkeit und kaufmännischem Weitblick wurden die mit dem Firmenaufbau verbundenen Probleme gelöst.

Mit neuen Ideen in der Flächengestaltung ihrer Dekorationsstoffe hatte die Firma 1952 durchschlagende Erfolge zu verzeichnen. Der Aufbau eines soliden Vertreterstabes und die Aufnahme von Exportverbindungen nach europäischen und überseeischen Ländern wurde im Blick auf die überall einsetzende Nachfrage notwendig. An Stelle der zu klein gewordenen Räume in Pfullingen bezog das Unternehmen 1954 schließlich in Reutlingen, Karlstrage z8, eigene Verkaufs- und Verwaltungsräume. Der Unternehmer erkannte zu dieser Zeit die Notwendigkeit einer eigenen Produktionsstätte. Auf der Suche nach einem geeigneten Gelände innerhalb des Alb-, Bodensee- und Schwarzwaldgebietes fiel die Wahl auf Mittelstadt. Im Januar 1956 schloss man den Kaufvertrag für das heutige Werk- und Siedlungsgelände ab. Bereits im Dezember 1956 konnte der Fabrikneubau seiner Bestimmung

übergeben werden. Seither wird dort in Schicht, also von 5 bis 23 Uhr, gearbeitet. Das Problem, den Mitarbeiterstamm der Firma Ernst Beck mit Wohnraum zu versorgen, wurde durch die Gründung der »Ernst Beck Wohnungsbau GmbH« gelöst, die im Laufe der folgenden Jahre eine schmucke Wohnsiedlung mit 21 Wohneinheiten errichtete.

Auslieferungslager in Norddeutschland wurden gegründet, um für den dortigen Abnehmerkreis interessante Angebote in Druck- und Uni-Stoffen zu bieten. Im Jahre 1959 wird eine moderne Filmdruckmaschine und Kontinue-Waschanlage aufgestellt. Ihre Produktionsleistungen dienen zur Deckung des sich laufend steigernden

Bedarfs. Auch eine eigene Schablonenmacherei wird der Druckerei angeschlossen. Im Jahre 1961 kann die Firma Ernst Beck nach zweijähriger Forschungsarbeit auf dem Gebiet des Deko-Synthetic-Drucks den ersten brauchbaren vollsynthetischen Dekostoff dem Markt anbieten. Dadurch zählen Beck-Dekorationsstoffe zu den Spitzenqualitäten des In- und Auslandes.

1964 sieht sich der Unternehmer Ernst Beck erneut gezwungen, eine Betriebserweiterung vorzunehmen. Die gesamte Situation der Firma verlangt ein großzügiges, dem Rationalisierungsgedanken dienendes Bauwerk. Das Richtfest für den Rohbau dieser imponierenden Anlage mit einer Grundfläche von 6000 m2 konnte termingemäß am 15. Mai 1965 gefeiert werden. Nach Fertigstellung der gesamten Anlage ist die aufstrebende Industrie-Firma in die Lage versetzt, durch die Aufnahme weiterer interessanter Druckprogramme ihre Poduktionskapazität wesentlich zu erweitern.

Die Firma Ernst Beck versäumte nie, die sozialen Belange ihrer Mitarbeiter zuwahren. Außergewöhnliche Zuwendungen für eine selbsttätige Altersversorgung, sowie die im Jahre 1961 ins Leben gerufene »Belegschaftshilfe Ernst Beck e. V.«, schufen eine echte Verbundenheit zwischen Geschäftsleitung und Mitarbeitern.

Betriebsbesichtigung in der Firma Beck; im Vordergrund der Firmeninhaber, neben ihm der baden-württembergische Arbeitsminister Schüttler (Foto: Haseloff, Reutlingen)

Diese Website benutzt Cookies, um Ihnen das beste Erlebnis zu ermöglichen. Weiterführende Informationen erhalten Sie in unserer Datenschutzerklärung.