Alexander Schweizer
Seit Dezember 2024 hat Mittelstadt einen neuen Pfarrer: Alexander Schweizer, ein Mann mit tiefer theologischer Verwurzelung, klarem Blick für seine Mitmenschen und der Überzeugung, dass Kirche mehr ist als ein Gebäude – nämlich ein lebendiger Ort der Begegnung, der Hoffnung und des Zusammenhalts.
Seine Geschichte beginnt nicht in Mittelstadt, sondern in Urach, wo er geboren wurde. Aufgewachsen in Münsingen-Auingen, führte ihn sein Weg über ein diakonisches Jahr in der Samariterstiftung Grafeneck und das Theologiestudium in Tübingen bis in den Nordschwarzwald, wo er über 20 Jahre als Gemeindepfarrer tätig war. Nun ist Mittelstadt sein neues Zuhause – und seine neue Verantwortung.
Mit Blick auf die Gemeinde – und auf den Neckar
Die Entscheidung, nach Mittelstadt zu kommen, trafen er und seine Frau nach einem ersten Besuch im Frühjahr 2024. „Hier sehe ich großes Potential“, sagt er rückblickend. Die Gebäude – Kirche, Gemeindehaus, Pfarrhaus, Schule – bieten eine gute Infrastruktur. Viel wichtiger aber: „Die Menschen, denen ich begegnet bin, haben mich sehr freundlich aufgenommen.“
Sein Lieblingsort ist der Pfarrgarten – mit weitem Blick auf den Neckar, besonders abends. „Das ist fast wie Urlaub am Meer“, sagt er mit einem Lächeln. Und wenn er mit einer Hand voll frischer Eier aus seinem Hühnerwagen steigt, zaubert auch das ein Stück Lebensfreude in den Tag.
Ein Hirte unter den Menschen
Als Pfarrer versteht sich Alexander Schweizer als Hirte im besten biblischen Sinne: unterwegs mit seiner Herde, fürsorglich, stärkend, begleitend. Dabei ist seine Präsenz im Dorf vielfältig: im Pfarrbüro, in der Martinskirche, im Gemeindehaus, in der Schule – und natürlich auch unterwegs auf den Straßen von Mittelstadt und Reicheneck, das ebenfalls zu seinem Dienstbereich gehört.
Seine Aufgabe begreift er als Berufung: „Ich sehe darin meine Berufung, hier die beste Botschaft dieser Welt weiterzusagen.“ Diese Haltung ist spürbar in seinen Worten – ruhig, durchdacht, zugewandt.
Zwischen Randlage und Aufbruch
Nachdenklich stimmt ihn die Lage der Martinskirche. „Ich habe den Eindruck, dass sie in mehrfacher Weise doch sehr am Rande des Dorfes steht.“ Eine Beobachtung, die weit über Geografie hinausgeht – und ihn bewegt, neue Wege zu suchen, wie Kirche wieder stärker in die Mitte rücken kann.
Gleichzeitig freut er sich über Entwicklungen in der Gemeinde: Ein neuer Kirchenchor, ein wieder aufblühender Kindergottesdienst, offene Jugendabende, das Konfi-Camp – Zeichen für einen neuen Aufbruch.
Die Dorfgemeinschaft stärken – mit Herz und Glauben
Was er sich für das Dorfleben wünscht? „Ein gutes Miteinander.“ Und er sieht das Potenzial, gerade in der Größe Mittelstadts, Menschen miteinander zu verbinden – sowohl im Glauben als auch darüber hinaus. Die größte Herausforderung sieht er im schwindenden Ehrenamtsengagement, das viele gesellschaftliche Bereiche betrifft. Umso mehr hofft er, dass sich Menschen auch künftig für ihre Gemeinde einbringen – aus Überzeugung und im Vertrauen darauf, dass sie gebraucht werden.
Mit diesem Lieblingszitat erinnert Alexander Schweizer daran, dass Glaube nicht unberechenbar, sondern tragfähig ist – auch und gerade in Zeiten des Umbruchs. Sein herzlicher Aufruf an alle:
„Herzlich willkommen zu unseren Gottesdiensten und Veranstaltungen – auch wenn Sie noch nie oder schon lange nicht mehr da waren!“
Danke an alle, die unsere Dorfgemeinschaft mit Leben füllen
Das Projekt „Gesichter unseres Dorfes“ will zeigen, was unser Mittelstadt prägt: Menschen, die mit Herz, Engagement und Offenheit in unserer Mitte wirken.
Wir von mittelstadt.info danken Herrn Pfarrer Alexander Schweizer für seinen Einblick, seine Gedanken – und seine Bereitschaft, für und mit unserer Gemeinschaft neue Wege zu gehen.
Solche Persönlichkeiten sind es, die unser Dorf tragen – im Vertrauen aufeinander und auf das, was wir gemeinsam gestalten können.
