Bernd Haug
Mittelstadt, das ist Heimat – für Bernd Haug nicht nur ein geografischer Begriff, sondern ein Ort der tiefen Verwurzelung, persönlicher Entwicklung und bürgerschaftlichen Verantwortung. Geboren im Mai 1968 in Urach, aufgewachsen im in der heutigen Wittumhalde, zieht sich die Verbindung zu Mittelstadt wie ein roter Faden durch sein Leben. „Ich durfte Mittelstadt als einen kompakten Ort kennenlernen, in dem es zu meiner Kindheit nahezu alles gab“, erzählt er. Besonders prägend waren für ihn die vielen Begegnungen im Schuhmachergeschäft seines Großvaters – dort, wo Menschen und Geschichten aufeinandertrafen.
Bernd Haug beschreibt sich selbst als vielseitig interessierten Menschen mit einem tiefen Sinn für Gemeinschaft und gesellschaftliches Miteinander. Seine Werte führten ihn vom Ortschaftsrat bis ins Bürgermeisteramt der Nachbargemeinde Kirchentellinsfurt. Der Blick auf das große Ganze und die kleinen Details des Zusammenlebens begleiten ihn seither.
Ein Dorf mit Geschichte – und Zukunft
„Es ist die Behütetheit des Dorfes“, antwortet Haug auf die Frage, was ihn an Mittelstadt bindet. Doch nicht nur Erinnerungen halten ihn hier: Die Natur rund um das Dorf, Spaziergänge mit Blick auf die Martinskirche, Einkäufe beim Bäcker Bayer oder Joggingrunden am Neckartalradweg sind feste Bestandteile seines Alltags – wenn es der Beruf zulässt.
Besonders am Herzen liegt ihm das bürgerschaftliche Engagement, das er als „Kitt des Zusammenlebens“ bezeichnet. Für ihn ist es eine Selbstverständlichkeit, Verantwortung zu übernehmen – “, sei es in früheren Jahren im Ortschaftsrat, heute als Bürgermeister von Kirchentellinsfurt oder im ganz Kleinen, wenn er beim Joggen achtlos weggeworfenen Müll aufhebt. „Was daran ist so schwer, Verpackungen einfach wieder mitzunehmen?“, fragt er nachdenklich.
Von Vergangenheit lernen, Zukunft gestalten
Haug blickt auf über 50 Jahre Dorfentwicklung zurück. Seine Beobachtungen sind differenziert, manchmal auch kritisch – etwa wenn es um politische Entscheidungsprozesse geht, die er mit seiner heutigen beruflichen Perspektive beurteilen kann. Dennoch überwiegt der konstruktive Geist: Er sieht Potenziale in lebendigen Dorfplätzen, in einem mutig umgesetzten städtebaulichen Konzept und in der aktiven Beteiligung aller. „Ein geschärfter Blick eines jeden Einzelnen hilft, das Leben im Dorf zu erhalten“, ist seine Überzeugung.
Sein Wunsch für Mittelstadt? Ein Ort, in dem Menschen mit einem Lächeln leben – in Dankbarkeit, Verbundenheit und mit dem Willen, gemeinsam etwas zu gestalten. Ein Ort, der getragen wird von der Stärke vieler helfender Hände.
Ein Mensch mit Herz – und Haltung
Sein Lebensmotto stammt von seinem Großvater: „Gehe in Deinem Leben den geraden Weg, auch wenn er steinig ist.“ Diese Haltung prägt sein Denken und Handeln bis heute. Und auch kleine Erinnerungen, wie die Freude über einen Duploriegel in der Kindheit, haben ihren festen Platz in seinem Herzen bewahrt.
Zum Abschluss gibt Bernd Haug der Dorfgemeinschaft einen Gedanken mit auf den Weg: „Wie glücklich können wir uns doch schätzen, dass wir in Frieden und Wohlstand unseren Alltag leben dürfen.“ Worte, die gerade in unserer Zeit eine besondere Bedeutung haben.
Antoine de Saint-Exupéry
„Man sieht nur mit dem Herzen gut, das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar.“
Danke an alle, die unser Dorf tragen
Das Projekt „Gesichter unseres Dorfes“ zeigt, was unsere Gemeinschaft lebendig macht: Menschen wie Bernd Haug, die sich mit Herz und Haltung einbringen. Wir von mittelstadt.info danken allen Interviewpartnerinnen und -partnern ganz herzlich für ihre Offenheit, Zeit und Bereitschaft, Einblicke in ihr Leben zu geben. Es ist ein Geschenk, solche Persönlichkeiten in unserer Mitte zu wissen – als tragende Säulen unseres Dorfes.
